Unreife Kinder


Unreife Kinder

Wir Menschen sind planmäßige Frühgeburten. Keine andere Art auf unserem Planeten ist nach der Geburt so lange völlig auf Versorgung angewiesen. Insbesondere in den ersten 7 Lebensjahren sind Kinder in Bezug auf die Entwicklung ihres Organismus und Gehirns unreif. Die Natur hat das so eingerichtet, weil wir soziale Wesen sind und in der “sozialen Gebärmutter” unserer ersten Beziehungen emotional reifen sollen. So bilden unreife Kinder ihr “Selbst” und ihr Selbstgefühl durch die Bindungserfahrungen mit uns. Unreife Kinder dürsten regelrecht danach, von uns Orientierung zu erhalten. 

Unreife bei Kindern bedeutet, dass sie emotional vollständig von uns abhängig sind, sie zu vielem noch nicht in der Lage sind oder Unterstützung brauchen. So können sie ihre teils sehr heftigen Gefühle noch nicht selbst regulieren, ihre spontanen Impulse nicht kontrollieren, “das große Ganze” nicht überblicken, die Folgen ihres Tuns kaum vorhersehen und so weiter. Jedem werden hier wunderbare Beispiele einfallen. 

Ein unreifes Kind zu begleiten braucht Zeit (mindestens 7 Jahre), Gelassenheit, Liebe, Humor und ein echtes Mitgefühl für ihren Zustand der Unreife, der für sie selbst manchmal ganz schön herausfordernd sein kann. Elterliche Führung bei unreifen Kindern bedeutet, dass wir der Fels in der Brandung sind, wenn die Emotionen hochschlagen. Genau das ist eine große Herausforderung für viele von uns. 

Es gibt keinen härteren Test für den Reifegrad von Eltern als ein unreifes Kind

Deborah MacNamara

 in “Vertrauen. Spielen. Wachsen”

Einem unreifen Kind Orientierung zu geben bedeutet, es an der Hand zu nehmen, zutiefst fürsorglich zu sein und ihm zur gleichen Zeit Orientierung zu geben. Beide Qualitäten in uns zu vereinen sehen wir als einen herausfordernden, aber sehr schönen Weg tiefer Bewusstwerdung.

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